Lisa in Holt

Vielfalt pur

Den Wunsch ein Austauschjahr zu machen hatte ich schon seit langer Zeit. Aber dass dieses Jahr dann ein so tolles, unvergessliches wird, hätte ich mir vorher nie erträumt. Nachdem der ganze Papierkram erledigt war, war ich super gespannt wohin meine Reise gehen sollte. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich schon im Januar 2010 den Brief von into in meinem Briefkasten gefunden  habe, wo stand dass mein Ziel Holt in Michigan sein würde. Ziemlich schnell habe ich dann auch Kontakt via E-Mail zu meiner sehr netten Gastfamilie aufgenommen und hatte schnell das Gefühl, dass sie mindestens genauso aufgeregt waren wie ich, was mich sehr beruhigte. Die verbleibende Zeit in Deutschland verging wie im Flug und ehe ich mich versah saß ich mit gepackten Koffern im Flugzeug zum Vorbereitungscamp in New York. Zusammen mit ca. 90 anderen Austauschschülern aus vielen verschiedenen Ländern erlebte ich eine sehr schöne, spannende Zeit, mit viel Spaß, Shopping und Sight Seeing ( Central Park, Ground Zero, Empire State Building, 5th Avenue, Rockefeller Center, etc.), die uns allen in sehr guter Erinnerung bleibt. Nach gut einer Woche ging es dann auch schon weiter zu unseren Gastfamilien. Es ist nicht alltäglich, dass man in einem fremden Land auf eine Familie trifft, bei denen man für die nächsten 10 Monate leben solle, dementsprechend mulmig war mir zumute als ich im Flieger von New York über Chicago bis nach Lansing in Michigan saß. Die ganze Aufregung stellte sich als unbegründet dar, als ich die wohl netteste Familie, die ich mir hätte erträumen können am Flughafen traf. Ich wurde sehr nett in die Familie aufgenommen und mir wurde auch immer wieder verständlich gemacht, dass ich jetzt ein Teil dieser Familie sei. Nach einigen Wochen waren die Sommerferien, die dort 3 Monate gingen vorbei und der erste Schultag stand mir bevor. Im Allgemeinen sind Amis wirklich sehr nett, interessiert an Neuem und gehen auf einen zu. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen, sondern auch mal von sich aus die Leute ansprechen und erste Kontakte knüpfen. In einer so großen Schule, wie ich sie hatte, waren Austauschschüler nichts außergewöhnliches, aber die Schüler haben trotzdem großes Interesse an meiner Heimat gezeigt. Mit Fragen wie „Habt ihr in Deutschland auch Handys“, wurde der Schulalltag nie langweilig. Auch von den Lehrern dort, habe ich große Unterstützung bekommen und habe auch zweimal in einem Deutschkurs über Deutschland allgemein, unser Schulsystem und Traditionen erzählt. Auch empfehlenswert ist es, sich in Clubs, die zahlreich angeboten werden oder Sportteams zu integrieren. Ich habe dort Tennis gespielt und habe dadurch viele neue Freunde kennen gelernt,  da man jeden Tag 2-3 Stunden zusammen trainiert und dadurch eine viel engere Freundschaft aufbauen kann, als tagsüber in der Schule, die übrigens viel mehr Spaß macht als in Deutschland. Ich muss zugeben, anfangs hatte ich sehr großes Heimweh. Aber durch Anschluss in der Schule und die tolle Unterstützung meiner Gastfamilie, bin ich auch schnell über diesen Punkt hinweg gekommen und dadurch ist die Zeit wie im Flug vergangen. Into leistet eine wirklich sehr tolle Arbeit die passende Gastfamilie für jeden Austauschschüler zu finden. Ich hatte wirklich großes Glück mit meiner und zusätzlich haben sie mir viel vom Land gezeigt, was durch Verwandtschaft und Freunde innerhalb der ganzen USA ermöglicht wurde. So waren wir über Thanksgiving in Washington DC, bei dem Bruder von meiner Gastmutter, Ende Herbst bei ihren Eltern in Florida, Im Frühling in Arizona, bei Freunden von der Familie, wo wir den Grand Canyon und die „Red Rocks“ von Sedona besichtigt haben. Gegen Ende meines Aufenthaltes sind wir gemeinsam nach Toronto in Kanada zu den Niagara Fällen gefahren. Diese Eindrücke werde ich mein Leben nicht vergessen und ich bin Into sehr dankbar, dass sie diese tolle Familie für mich gefunden haben, mit denen ich immer noch in sehr gutem Kontakt bin und von denen ich mich auf einen baldigen Besuch, hier in Deutschland freuen kann. Man kann wirklich nur Bruchteile von dem aufschreiben, was man alles erlebt hat. Insgesamt, war es ein sehr tolles Jahr, mit vielen neuen Eindrücken, Erkenntnissen und einer menge Spaß, wodurch man sich sehr viel weiter entwickelt und erwachsener wird. Das habe ich zumindest von meiner Mutter gesagt bekommen. Auch wenn man von der Gastfamilie unterstützt wird, ist man doch auf sich alleine gestellt und muss oftmals Situationen meistern, die man sich nicht alleine zugetraut hätte. Auch wenn ich das alles sehr vermisse, weiß ich nun auch, dass enge Freundschaften immer erhalten bleiben, egal wie groß die Distanz ist, dass man sich an so tolle Erinnerungen, wie man während seines Austauschjahrs macht gerne zurück erinnert und dass es ein gutes Gefühl ist, zu wissen dass man ein zweites Zuhause am anderen Ende der Welt hat, indem man jederzeit willkommen ist. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr diesen Schritt wagen sollt oder nicht, rate ich euch wirklich es zu tun. Ihr habt nichts zu verlieren und ich bin mir sicher ihr werdet eine tolle Zeit haben, eine neue Sprache und Kultur kennen lernen und viele neue Menschen treffen. 'Don't dream it! Do it!'