Anna in Accra

Freiwilligenarbeit in einem Waisenhaus

Ghana ist anders. Wer sich gern versteckt, ist gezwungen aus sich heraus zu kommen. Wer die Natur liebt, offen und neugierig ist und ein warmes Herz in sich trägt, ist in Ghana genau richtig. Für 2 Monate nach Ghana. Ganz allein?! Das hätte ich mir vor ein paar Jahren niemals erträumen können. Raus aus dem sicheren Europa, rein in eine völlig fremde Welt.

Und so landete ich schließlich in der Hauptstadt Accra. Schon am Flughafen erfuhr ich: hier läuft alles nach „African Time“, was so viel heißt wie, so entspannt wie möglich. Hektik und Stress? Das kennen die Ghanaer nicht und das kann in den ersten Wochen doch recht ungewohnt sein. Ich habe mich sofort in das Temperament der Menschen verliebt. Als Weiße ist man in Afrika eine richtige Sensation und man wird überall begrüßt und in sehr nette Gespräche verwickelt, wenn man möchte.

Am meisten schätzen die Ghanaer Humor und Ehrlichkeit. Ich empfand es am wichtigsten, dass ich mich nicht als Tourist fühlte, denn wenn man den Menschen auf einer Ebene begegnet, sich der Kultur anpasst und lernwillig ist, kann man unvergessliche Erlebnisse machen. Man hört leider auch viel Schlechtes und Angsteinflößendes über Afrika. Meine persönlichen Eindrücke haben mir gezeigt, dass Europa zwar sauberer, hygienischer und weiter entwickelt ist, aber keineswegs herzlicher, wärmer und glücklicher.

Wer Abenteuer sucht, der soll auch Abenteuer bekommen :-) Die Arbeit an meinem Projekt im Waisenhaus hat mir sehr viel Freude bereitet. Es war das allererste Mal, dass ich mich intensiv mit Kindern auseinandersetzt habe und auch dies waren unersetzliche, hilfreiche Erfahrungen für mein Leben. Leider waren zu dem Zeitpunkt viel zu viele Voluntäre vor Ort, sodass kaum etwas zu tun war. Man hatte aber immer die Möglichkeit einem Kind eine herzliche Umarmung zu schenken, mit ihm Laufen zu lernen, oder ihm beim Spielen zuzusehen.

Besonders gefallen hat mir, dass ich direkt in einer Hostfamilie untergebracht war. So hatte ich die Möglichkeit komplett in die Kultur einzutauchen, um zu verstehen, wie man hier lebt, sich richtig verhält und vor allem leckeres Essen kocht. Jeden Abend hat meine Hostmama für uns Voluntäre gekocht. Typisches ghanaisches Essen ist z.b „Fufu“, eine Kartoffelkloß ähnliche Speise, die mit Groundnutsoße serviert wird, „RedRed“, Rote Bohnen mit Kochbane oder Yam mit Tomatensoße. In Ghana wird sonst natürlich sehr viel Reis gegessen, der in verschiedenen Variationen serviert wird.

Neben der Arbeit unterhalb der Woche, kann man am Wochenende durch Ghana reisen. Meine persönlichen Highlights waren Cape Coast und der Mole National Park. In Cape Coast kann man wunderbar entspannen und Spaß haben, allerdings ist dies ein absoluter Touristenort und man wird dort sehr viele „Obronis“ (Weiße Menschen) sehen. Mole hingegen ist Natur pur! Perfekt für die, die Wildnis erleben möchten. Wenn man Glück hat, kann man dort sogar Elefanten begegnen.

Mein Fazit über meine Reise nach Ghana ist im Großen und Ganzen durch und durch positiv! Ich musste sehr viel investieren, aber die Erfahrungen, die ich machen durfte sind unersetzlich und werden mich mein ganzes Leben begleiten und bereichern.