Maria in Porto Novo

Freiwilligenarbeit in einem Waisenhaus - 33 Tage echtes afrikanisches Leben

Nachdem ich am Flughafen von der Partnerorganisation abgeholt wurde, wurde ich zu meiner Gastfamilie in Cotonou für die Einführungstage gebracht. Bei dieser ersten Fahrt durch die afrikanische Stadt wurde mir bewusst, auf welches unvorstellbare Abenteuer ich mich eigentlich eingelassen habe. Während der Orientierungstage wird man regelrecht von den fremden Eindrücken überrumpelt, man besucht Märkte, den Strand und verschiedene Restaurants. Doch alles unterscheidet sich komplett von dem was man kennt, denn es ist wirklich laut, chaotisch und geruchsintensiv.

Nach den drei Tagen in Cotonou hatte man sich ein wenig an das Leben in Benin gewöhnt, sodass man zu seiner eigentlichen Gastfamilie gebracht wurde. Ich verbrachte vier Wochen in Porto Novo, unter der Woche starte ich gleich nach dem Frühstück zu Fuß in das Waisenhaus Notre Dame de la Misericorde. Dort arbeitete ich zusammen mit einer andren Deutschen, wir halfen morgens beim Anziehen der Kinder, spielten mit ihnen und schubsten ihre heißgeliebte Schaukel an. An manchen Tagen konnte man ein wenig lesen üben, jedoch haben die Kinder wirklich Probleme sich zu konzentrieren, sodass leider manche Beschäftigungen nicht möglich sind. Nach dem Mittagessen halfen wir noch das Geschirr abzuspülen und dann gab es eine kleine Siesta für alle. Am Abend ging es dann wieder zurück zu meiner herzlichen Gastfamilie, wo ich ohne fließend Wasser und häufigen Stromausfall lebte. Man merkt sehr schnell, dass es aber nicht auf die Ausstattung des Hauses, sondern auf die Menschen ankommt.

Am Wochenende hatte ich dann endlich Zeit Benin zu entdecken, von der Partnerorganisation organsiert, ging es einmal ab in den Norden auf Safari. Dies würde ich zu meinem persönlichen Highlight erklären, denn es ist wahrlich beeindruckend Elefanten, Affen und Co. in freier Natur zu sehen. Zudem gibt es in Benin viele Städte, die man besichtigen kann. So war ich z. B. mit andren Freiwilligen in Abomey, der Königsstadt Benins. Neben den vielen Palästen ist dort auch der Voodoo Glaube sehr präsent, ich konnte eine echte Voodoo Zeremonie miterleben. Das Reisen in Westafrika unterscheidet sich natürlich auch wieder komplett vom Europäischen, denn in den alten Autos sitzen teilweise 10 Leute und die Straßen sind voller Schlaglöcher. Man kann sich also richtig freuen, wenn man endlich angekommen ist.

Zurück in Deutschland kann ich auf  33 Tage echtes afrikanisches Leben zurückblicken, es waren 33 anstrengende aber auch aufregende Tage. Ich bin wirklich froh mich für das Volontariat entschieden zu haben, denn ich bin um einige gute Erfahrungen reicher.