Annika in San Nicolás

Freiwilligenarbeit in einer Grundschule und einer Behindertenwerkstatt

Argentinien – Das Land der verschiedenen Gesichter: Mein Abenteuer Argentinien begann am 18.09.2014, als ich das Flugzeug betrat. Natürlich war ich nervös und unsicher, da ich nicht wusste, was mich erwartete. Aber die folgenden drei Monate wurden zu einer einzigartigen Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Alles am Anfang Unbekannte entwickelte sich nach einiger Zeit zu meinem Alltag. Dieser sah so aus: Montags, mittwochs und freitags arbeitete ich in einer öffentlichen Grundschule in einem Armenviertel. Dienstags und Donnerstags half ich in einer Behindertenwerkstatt im Zentrum von San Nicolás mit. Meine Arbeit in der Grundschule bestand darin, in einer 3. Klasse drei Kinder zu unterstützen, die nicht schreiben und lesen konnten und deswegen nicht an dem Unterricht des Restes der Klasse teilnehmen konnten. Ich machte mit ihnen separat Schreib- und Rechenübungen. Auch half ich im Englisch-Unterricht aus. Es machte großen Spaß und die Kinder waren alle sehr lieb. Nachdem ich am Anfang in den Pausen mit tausend Fragen über Deutschland gelöchert wurde, fassten die Kinder nach und nach auch Vertrauen und wir spielten in jeder Pause viel und hatten alle dabei großen Spaß. Die Arbeit in der Behindertenwerkstatt war auch sehr spannend. Die Werkstatt soll den Behinderten eine Aufgabe geben, aber auch eine Arbeit um Einkünfte zu erzielen. Sie bastelten und verzierten viele verschiedenen Boxen, Hocker, recycelte Materialien, oder backten Kekse/Pizza, sodass jeden Tag vier Leute in das Stadtzentrum gehen konnten, um die hergestellten Gegenstände zu verkaufen. Meine Aufgabe war es, die Leute bei ihren Aufgaben zu unterstützen, Anweisungen und Tipps zu geben und den Alltag zu begleiten.

Neben meinen spannenden Aufgaben erlebte ich den argentinischen Alltag hautnah. Ich gewöhnte mich an die Essgewohnheiten, z. B. die Siesta zu schlafen, und abends frühestens um 3 Uhr nachts auszugehen. Ich entdeckte all die leckeren Dinge, wie Alfajores, Mate, Empanadas und das bekannte Asado. Neben all den schönen Erlebnissen fiel mir aber auch eins auf: Die Unsicherheit! Es gibt überall Kriminalität und viele gewaltsame Überfälle bestimmen den Alltag. Zudem erlebt man die Armut des Landes und der Leute hautnah, z. B. bei der Arbeit in der Grundschule. Die Kinder trugen zerfetzte Kleidung, lebten in kleinen Häuschen ohne Tür – mit zersprungenen Fenstern und hatten keine Stifte, da das Geld nicht reichte oder von den Eltern für andere Dinge ausgegeben wurden. An all diese Gegebenheiten musste ich mich erst gewöhnen. Doch all dies ändert nichts daran, dass das Land wunderbar ist, vor allem durch seine einzigartigen, hilfsbereiten Menschen!

Auf meinen Wochenendreisen zu den Cataratas und in den Nordwesten Argentiniens wurde mir die Größe dieses Landes bewusst und die wunderschöne Naturvielfalt! Die Natur Argentiniens raubte mir den Atem und ist absolut sehenswert.

Insgesamt kann man sagen, dass meine 3 Monate Argentinien wie im Flug vergingen und ich extrem viel dazu lernte und erfuhr. Die Arbeit machte großen Spaß und es war ein tolles Gefühl, den Alltag der Grundschüler und der Menschen aus der Werkstatt bereichert zu haben. Der Aufenthalt war eine gute Mischung aus Arbeit, Reisen und Kultur!